Thomas Noldens Malerei beginnt nicht mit dem Motiv, sondern mit einer Bewegung. Linien, Striche und Verdichtungen setzen sich über die Fläche hinweg, überlagern sich und lösen sich wieder auf. Was zunächst wie eine abstrakte Struktur erscheint, wird bei näherem Hinsehen zu einer Landschaft, Raum oder Erinnerung.
Seine Arbeiten verweigern sich der Zuordnung in die Schubladen der Abstraktion oder Gegenständlichkeit. In den Motiven tauchen Wälder auf, Wasserflächen spiegeln die Umgebung, Lichtungen öffnen sich und ein Blitz fährt ins Gehölz. Doch nichts davon bleibt am Ende eindeutig, denn Nolden interessiert sich nicht für das Abbild. Den Künstler reizt der der Moment dazwischen!
Das Flimmern, das Verschieben, das kaum Fassbare wird
akribisch herausgearbeitet und die Farbe dabei durch kurze gesetzte Pinselstriche zum Träger von Rhythmus und perspektivische Tiefe.
Thomas Nolden hält die Oberfläche stets in Bewegung, damit die Motive nicht stillstehen, sondern sich beim Betrachten fortsetzen und unmittelbar wirken.
Und dieser Versuchsanordnung folgen sie in seiner Malerei mit Bravour durch die Entscheidung des Sichtbarmachens des Prozesses. Die von ihm verwendetet Ölfarbe bleibt lange offen und erlaubt dem Künstler Bilder nicht planen zu müssen, sondern sie im Prozess erarbeiten zu können.
Noldens fortwährend überlagerte Striche leuchten und werfen das Licht in faszinierender Weise zurück.