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Klaus Seliger

Klaus Seliger Künstlerbiografie kennt den Impetus des Machers: Vom Designer, zum Tischler, zum Gestalter, ein alle Prozesse der Holzarbeiten einschließender Werdegang, irgendwann unzufrieden mit Starrheit und Vorschriften im Angestelltendasein. Dabei stets getrieben von der Suche nach freier Ausdrucksform und eigenen Strukturen.

Er kreiert mit Wucht, mit Schwung, mit der Kettensäge, mit der Flex und ist dabei doch so sanft mit seinen Gestalten. Zeigt ihre Zartheit, ihre Scheu, dreht und wendet sie, um allseits ihr Bestes als Idee und als Holzstruktur hervorzubringen und für uns sichtbar zu machen. Die Essenz des Holzes, die Essenz der Person auf dem Stuhl, da besteht kein Widerspruch, innen ist außen ist innen.

Einheimische Hölzer, aber besonders Ulmenholz, auch Rüster genannt, ist eins der Lieblingshölzer des Künstlers. Das mag daran liegen, dass es wunderbare Qualitäten hat (geringes Schwindmaß, Druck- und Stoßfest) oder daran, dass es nicht immer leicht mit der Kettensäge zu bearbeiten ist, denn leicht, ist keine Vokabel, die mit Klaus Seligers Arbeit zu verbinden ist.

Ergebnisse, Skulpturen haben zwar oft eine fast schon fragile Leichtigkeit, aber der Prozess, das Ringen um die Form, die Gestaltung des Feinen mit dem Groben und dazu die Balance zwischen Möbel und Skulptur, all dies ist schwierig, oft langwierig, hart erarbeitet und erkämpft. Immer in Gefahr mit einem Abrutschen, dem kleinsten Fehler, die ganze Figur zu zerstören. Das

Schicksal des neugierigen Wachhundes auf der Stuhlskulptur hoch oben – wie oft war sein Überleben, oder auch nur das seiner Ohren und Augen, ganz der ruhigen Hand und der Expertise des Künstlers überlassen. Wer ihm, dem freundlich, einköpfigen Minizerberus der Höhe noch nicht begegnet ist, sollte die Galerie zur Hofseite verlassen.

Klaus Seliger ist ein Finder und Erzähler. Ein Finder von Geschichten im Holz, der mit unglaublichem Lärm ganz leise Bilder schafft. Oft wissen wir gar nicht, was wir betrachten, ist es Skulptur oder Möbelstück, darf ich mich da drauf setzen? Viele Übergänge sind fließend, meist zeigen Struktur, Form, Glätte an, hier darf ich sitzen, oder eben auch, hier ist es unmöglich. Was war denn eigentlich zuerst da,

fragen die kleinen Geschichten? Der Mensch, das Möbel? Braucht die Idee der Person noch den Stuhl zur Unterstützung oder ist die Person nur eine Anekdote des Stuhls? Werden in der Weiterentwicklung der kleinen Skulpturen auch Menschen ohne Möbel leben? Die Antworten darauf bleiben noch offen.